Handelskonflikt zwischen den USA und China bedroht Verbreitung von RISC-V

Der eskalierende Handelskonflikt zwischen den USA und China wirft seine Schatten auch auf die Verbreitung der offenen Befehlssatzarchitektur RISC-V. Es scheint, dass einige Politiker in den USA versuchen, Chinas Fortschritte in der Entwicklung von Prozessoren und Beschleunigern mit RISC-V zu behindern. Das Handelsministerium hat bereits potenzielle Risiken untersucht und geeignete Maßnahmen erwogen, um Bedenken auszuräumen.

Die USA haben bereits den Zugang Chinas zu Prozessoren, Beschleunigern und anderer Hardware eingeschränkt, die mit US-Technologie entwickelt wurde. Das wirkt sich insbesondere auf die Prozessoren (CPUs) und Grafikkarten (GPUs) von AMD und Nvidia aus. Darüber hinaus ist der niederländische Hersteller ASML aufgrund des Drucks der USA daran gehindert, moderne Lithografie-Systeme an chinesische Chipfertiger zu verkaufen. US-Designfirmen dürfen ihre Tools zur Electronic Design Automation (EDA) nicht nach China lizenzieren.

Im Gegensatz dazu gestalten sich Einschränkungen bei RISC-V komplexer, da die Befehlssatzarchitektur offen zugänglich ist. Die RISC-V Foundation, die später in die Schweiz verlegt wurde, besitzt nicht die Rechte an der Architektur. Ihr Hauptziel ist es, den Fortschritt voranzutreiben, ohne dabei Lizenzen zu vermarkten. Jeder kann die RISC-V-Technologie nach Belieben anpassen und eigene Chips entwickeln. Das macht RISC-V besonders attraktiv für China, da ARM in ausländischem Besitz ist, es keine neuen Lizenzen für x86 gibt und SPARC oder MIPS kaum noch weiterentwickelt werden.

China entwickelt jedoch auch eigene Technologie basierend auf der Loongson-Architektur, die von MIPS abgeleitet ist. Es besteht die Möglichkeit, dass US-Behörden ein Verbot für heimische Unternehmen einführen könnten, mit chinesischen Unternehmen zusammenzuarbeiten, und auch Fördermaßnahmen einstellen.

Ein interessantes Beispiel dafür, wie die Defense Advanced Research Projects Agency (DARPA) die Entwicklung von RISC-V unterstützt hat, ist das Programm „Photonically Optimized Embedded Microprocessors“ (POEM). SiFive, ein bedeutendes Unternehmen im Bereich RISC-V, entwickelt unter anderem CPU-Kerne, die von Chipdesignern lizenziert werden können. Die DARPA ist eine der Organisationen, die eine Lizenz für die Nutzung erhalten haben. Allerdings hat SiFive auch Verbindungen zur chinesischen Firma StarFive und hat ausdrücklich den chinesischen Markt im Visier. Hier könnten die US-Behörden ansetzen.

Derzeit stammen die meisten RISC-V-Produkte, die auch für Hobbyisten interessant sind, aus China. Ein Beispiel dafür sind die Einplatinencomputer der VisionFive-Serie. Aber auch in der Industrie findet die RISC-V-Technologie Anwendung. Western Digital setzt beispielsweise in seinen eigenen SSD-Controllern auf RISC-V-Kerne. Die European Processor Initiative (EPI) arbeitet an der Entwicklung von Beschleunigerkarten, die auf der RISC-V-Architektur basieren.

Es bleibt abzuwarten, wie sich der Handelskonflikt zwischen den USA und China weiterentwickelt und welche Auswirkungen er letztendlich auf die Verbreitung von RISC-V haben wird. Es ist jedoch klar, dass die Technologie aufgrund ihrer offenen Natur und der Möglichkeit zur Anpassung für China von großem Interesse ist.

Schlagwörter: USA Chinas + RISC-V + DARPA

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  • 25. April 2024

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