Einwanderungsbeamte befragen TikTok-Mitarbeiter in den USA zu Datenzugriff und politischen Verbindungen

Über 30 TikTok-Mitarbeiter, die in die USA gereist waren, wurden laut Forbes von Einwanderungsbeamten befragt. Dabei wurden einige Mitarbeiter sowohl von TikTok als auch vom chinesischen Mutterunternehmen ByteDance von der Zoll- und Grenzschutzbehörde (CBP) selektiert und für weitere Befragungen festgehalten. Ein Großteil der betroffenen Mitarbeiter sind chinesische Staatsbürger.

Insbesondere Mitarbeiter aus den Bereichen maschinelles Lernen und Datenengineering wurden von den CBP-Agenten befragt, ob sie Zugriff auf die TikTok-Daten der US-Nutzer haben. Zudem wurden sie zu den Standorten der TikTok-Datenzentren in den USA und ihrer individuellen Beteiligung am Projekt Texas befragt. Dieses Projekt zielt darauf ab, die US-Nutzerdaten von den ByteDance-Mitarbeitern in China abzuschirmen.

Die Befragung, die von der CBP durchgeführt wurde, ging auch auf intimere Aspekte ein. Die TikTok-Mitarbeiter wurden dazu aufgefordert anzugeben, ob sie Mitglieder der Kommunistischen Partei Chinas sind, und wurden gebeten, Informationen über ihre Ausbildung und politische Verbindungen in China offenzulegen.

Forbes zufolge verfügen die CBP-Agenten über eine ausgedruckte Liste mit Fragen, die sie verwenden, um TikTok- und ByteDance-Mitarbeiter zu interviewen. Auch der CEO von TikTok, Shou Chew, wurde den gleichen Befragungen unterzogen. Bereits im Januar stellte Senator Tom Cotton während einer Kongressanhörung wiederholt die Frage an Chew, ob er Mitglied der Kommunistischen Partei Chinas sei. Chew betonte mehrfach, dass die Daten der US-Nutzer in den USA gespeichert werden und nicht von ByteDance-Mitarbeitern in China abgerufen werden können.

Im Jahr 2022 begann das Projekt Texas, die Daten der US-Nutzer vollständig abzuschirmen. Dieses Projekt wurde als wegweisende Initiative für Sicherheit und Vertrauen der amerikanischen TikTok-Nutzer beschrieben. Allerdings deuten mehrere Berichte, darunter einer von Fortune, darauf hin, dass das Projekt den Zugriff von ByteDance auf die Daten der US-Nutzer nicht vollständig eingeschränkt hat.

Das Committee on Foreign Investment in the United States (CFIUS), zu dem auch der Leiter des Ministeriums für Innere Sicherheit gehört, untersucht ByteDance seit 2019. Im Jahr 2023 empfahl das Komitee, TikTok zu verbieten, es sei denn, ByteDance verkauft die App. Präsident Joe Biden unterzeichnete letzte Woche ein Hilfspaket für das Ausland, das eine Gesetzgebung enthält, die TikTok verbieten würde, es sei denn, ByteDance trennt sich innerhalb des Jahres davon.

Weder die CBP noch TikTok haben bisher auf Anfragen von Forbes reagiert.

Schlagwörter: TikTok + ByteDance + Forbes

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  • 30. April 2024