Deutschland erlebt Glasfaser-Boom: Anschlüsse steigen um 26 Prozent, Telefongespräche gehen zurück

Deutschland erlebt derzeit einen deutlichen Anstieg bei der Anzahl der Glasfaseranschlüsse. Laut dem Jahresbericht Telekommunikation 2023 der Bundesnetzagentur ist die Anzahl der aktiven Glasfaseranschlüsse im letzten Jahr um 900.000 oder 26 Prozent auf insgesamt 4,3 Millionen gestiegen. Gleichzeitig ist die Anzahl der Endkunden, die entweder direkt oder über Glasfaseranschlüsse erreicht werden können (sogenannte „Homes Passed“), im Jahr 2023 um 37 Prozent auf 17,9 Millionen gestiegen.

Der Bericht der Bundesnetzagentur zeigt außerdem, dass der Anteil der aktiven Glasfaseranschlüsse an der Gesamtzahl der Breitbandanschlüsse in Festnetzen von 9,1 Prozent im Jahr 2022 auf 11,2 Prozent bis Ende 2023 gestiegen ist. Die begrenzte Verbreitung von Glasfaseranschlüssen wird hauptsächlich auf den bereits hohen Grad der Versorgung mit anderen leistungsfähigen Infrastrukturen wie VDSL-Vectoring und HFC-Netzen zurückgeführt.

Die Bundesnetzagentur geht jedoch davon aus, dass sich der Anteil von Glasfaseranschlüssen in den kommenden Jahren weiter erhöhen wird, da die Nachfrage nach höheren Datenraten steigt. Insbesondere im Bereich der Telefongespräche zeigt der Bericht, dass das Gesprächsvolumen, das über Festnetze abgewickelt wird, im Jahr 2023 im Vergleich zum Vorjahr um 20 Prozent auf 64 Milliarden Gesprächsminuten gesunken ist.

Dies setzt den anhaltenden Rückgang des Festnetzgesprächsvolumens fort, der durch die Pandemie unterbrochen wurde. Im Gegensatz dazu wurden über Mobilfunknetze im Inland insgesamt etwa 153,5 Milliarden abgehende Gesprächsminuten verzeichnet. Dies entspricht durchschnittlich etwa 122 Minuten pro aktivem SIM-Profil pro Monat.

Der leichte Rückgang des Gesprächsvolumens um knapp vier Prozent lässt sich unter anderem damit erklären, dass immer mehr nummernunabhängige Telekommunikationsdienste für den persönlichen Austausch genutzt werden, insbesondere Messenger- und Videokonferenz-Dienste.

Diese Entwicklung spiegelt sich auch im Datenverkehr wider. Im Jahr 2023 stieg das über Festnetze in Deutschland übertragene Datenvolumen um 11 Milliarden GB auf insgesamt 132 Milliarden GB an. Das entspricht einem durchschnittlichen Datenvolumen von 287 GB pro Anschluss und Monat. Gleichzeitig wächst auch das Kommunikationsvolumen über Messenger- und Videokonferenzdienste stetig.

Im Jahr 2023 wurden über diese Dienste 15,8 Milliarden ausgehende Sprachtelefonie-Anrufe und 8,2 Milliarden ausgehende Videoanrufe verzeichnet. Dies entspricht einem Wachstum der Gesamtzahl der Videotelefonie-Minuten von 143 Milliarden auf 176 Milliarden.

Die Zahlen des Jahresberichts zeigen deutlich, dass sich die Telekommunikationslandschaft in Deutschland weiterentwickelt. Glasfaseranschlüsse werden immer wichtiger, um den steigenden Anforderungen an schnelle Internetverbindungen gerecht zu werden. Gleichzeitig nehmen nummernunabhängige Telekommunikationsdienste wie Messenger- und Videokonferenz-Dienste eine immer größere Rolle ein und beeinflussen das Kommunikationsverhalten der Menschen. Die Bundesnetzagentur erwartet, dass sich diese Trends in den kommenden Jahren fortsetzen werden.

Schlagwörter: Deutschland + FttH/FttB + Homes Passed

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  • 16. Mai 2024