NGL-App: Altersbeschränkung und neue Bedingungen für Minderjährige durch FTC

NGL, die anonyme Messaging-App, wird laut einer Vereinbarung mit der Federal Trade Commission (FTC) und dem Büro des Bezirksstaatsanwalts von Los Angeles nicht mehr für Personen unter 18 Jahren zur Verfügung stehen. Die FTC plant die Einführung neuer Siedlungsbedingungen gegen Unternehmen, die die Privatsphäre von Kindern verletzen oder ihnen anderweitig schaden. Diese Bedingungen müssen noch von einem Richter genehmigt werden.

Die FTC hat bereits mehrere Beschwerden im Zusammenhang mit dem Children’s Online Privacy Protection Act (COPPA) eingereicht, darunter gegen Unternehmen wie den Fortnite-Hersteller Epic Games, Microsofts Xbox und eine Abnehm-App für Kinder, die von Weight Watchers vermarktet wird. Die Vereinbarung mit NGL unterscheidet sich jedoch von den anderen, da das Unternehmen daran gehindert wird, seine App für Kinder anzubieten.

NGL ist eine App, die es den Nutzern ermöglicht, anonyme Nachrichten oder Fragen von Personen ihres Alters anzufordern. Die App ermutigt die Benutzer sogar dazu, ihren NGL-Link in ihrer Instagram-Biografie zu teilen, um noch mehr Nachrichten zu erhalten. Die FTC und das Büro des Bezirksstaatsanwalts von Los Angeles erheben Anschuldigungen gegen NGL und seine Gründer, da sie junge Benutzer dazu verleitet haben sollen, sich für die kostenpflichtige Version des Dienstes anzumelden. Dies geschah, indem gefälschte Nachrichten verschickt wurden, die den Anschein erweckten, von echten Personen zu stammen. Die Zahlung von wöchentlich bis zu 9,99 Euro sollte angeblich die Identität der Absender aufdecken, was jedoch nicht der Fall war.

Die Beschwerde gegen NGL besagt auch, dass das Unternehmen fälschlicherweise behauptet hat, mithilfe von KI-Tools Cyber-Mobbing und andere schädliche Nachrichten filtern zu können. Die App wurde als sicherer und unterhaltsamer Ort für junge Menschen beworben, um ihre Gefühle ohne Urteil von Freunden oder gesellschaftlichem Druck zu teilen. Die Beschwerde behauptet jedoch, dass Cyber-Mobbing auf dem Dienst weit verbreitet war, obwohl dies ursprünglich anders behauptet wurde.

Darüber hinaus soll NGL Verbraucherbeschwerden über Selbstverletzung und Selbstmordversuche erhalten haben, die auf Erfahrungen mit der App zurückzuführen waren. Das Unternehmen soll auch gegen die COPPA-Richtlinie verstoßen haben, indem es keine Zustimmung der Eltern für Kinder unter 13 Jahren eingeholt hat und Anfragen zur Löschung der Daten ihrer Kinder nicht berücksichtigt hat.

Neben der Einhaltung der Altersbeschränkungen hat NGL zugestimmt, 5 Millionen Dollar zu zahlen, um die Vorwürfe beizulegen. Der Mitbegründer von NGL, Joao Figueiredo, betrachtet diese Vereinbarung als Chance, die App zu verbessern und ist der Meinung, dass sie im besten Interesse des Unternehmens liegt.

Die Beschwerde und die Siedlungsanordnung wurden von den Kommissaren der FTC einstimmig mit 5-0 Stimmen befürwortet. Die republikanischen Kommissare betonten jedoch, dass nicht jede anonyme Messaging-App, die an Kinder vermarktet wird, zwangsläufig dem FTC-Gesetz unterliegt, das betrügerische Geschäftspraktiken verbietet.

Die Erklärung der republikanischen Kommissare gewinnt an Bedeutung, da Bundesstaaten landesweit Gesetze zur Altersbeschränkung von bestimmten Teilen des Internets verabschieden. Der Oberste Gerichtshof wird auch einen Fall untersuchen, der ein texanisches Gesetz zur Altersüberprüfung betrifft. Es wird betont, dass eine allgemeine Auslegung der Gesetzgebung, die anonyme Messaging-Dienste für Minderjährige verbietet, verfassungsrechtliche Bedenken aufwerfen könnte.

Schlagwörter: NGL + FTC + App

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  • 9. Juli 2024