Apple im Fadenkreuz der EU: Freie Software und Wettbewerbsregeln im Visier

Apple steht derzeit in der EU unter Beschuss, und zwar wegen der Umsetzung des Digital Markets Acts (DMA). Die Free Software Foundation Europe (FSFE) und der alternative App-Marktplatz F-Droid haben in einem gemeinsamen Positionspapier erklärt, dass Apple eine Bedrohung für freie Software darstellt und eindeutig gegen die neuen Wettbewerbsregeln der EU verstößt. Das ist natürlich keine gute PR für Apple.

Das Ziel des Positionspapiers ist es, die kritischsten Aspekte der Änderungen von Apple hervorzuheben und somit die laufende Untersuchung der EU-Kommission zu unterstützen. Die Wettbewerbshüter haben Apple bereits beschuldigt, die neuen Regeln zu verletzen. In einer vorläufigen Feststellung stellte die Kommission fest, dass Apple Apps daran hindert, auf kostengünstigere Kaufmöglichkeiten hinzuweisen. Das klingt wie ein Schlag ins Gesicht für alle Schnäppchenjäger da draußen.

Aber das ist noch nicht alles, womit Apple Ärger hat. Die EU-Kommission untersucht auch andere Aspekte von Apples Änderungen im Hinblick auf den Digital Markets Act. Dazu gehört die Core Technology Fee, mit der Apple nach App-Installationen abrechnet. Die Freie-Software-Aktivisten sehen neben dieser Gebühr insbesondere Apples App-Prüfung, auch bekannt als Notarisierung, als problematisch an. Diese Prüfung betrifft alle Apps, auch solche, die letztendlich außerhalb des App Stores vertrieben werden. Die Aktivisten argumentieren, dass die Option, Software aus anderen Quellen frei zu installieren, keine Gefahr für die Integrität der Geräte oder des Betriebssystems darstellt. Das scheint mir vernünftig, denn bei anderen großen Betriebssystemen wie Windows, Linux-Distributionen, Android und macOS ist eine unabhängige Verteilung und Installation von Apps möglich.

Die Aktivisten werfen Apple auch vor, gegen mehrere Bestimmungen des DMA zu verstoßen, einschließlich der Vorschriften zur Interoperabilität und Browserwahl. Interessanterweise gibt es auf iPhones und iPads – im Gegensatz zu Macs und x86-PCs – keinen vollständig alternativen Browser für iOS, obwohl Apple offiziell seinen Zwang zum WebKit aufgegeben hat. Die FSFE ist der Meinung, dass die Vorgaben für Browser-Hersteller zu restriktiv sind und den Wettbewerb behindern. Da haben sie wohl einen Punkt.

Ein weiterer Kritikpunkt ist, dass auf iPhones und iPads kein anderes Betriebssystem als das von Apple installiert werden kann. Das verstößt ebenfalls gegen die Anforderungen der Interoperabilität. Da sind wir alle ein bisschen eingeschränkt, wenn es um die Wahl des Betriebssystems auf unseren Apple-Geräten geht.

Die Kritik der Aktivisten zeigt, dass Apple noch einige Hürden nehmen muss, um den Anforderungen des Digital Markets Acts gerecht zu werden. Die Untersuchung der EU-Kommission wird zeigen, ob die Bedenken der Aktivisten berechtigt sind und ob Apple Änderungen vornehmen muss, um den Wettbewerbsregeln gerecht zu werden. Wir werden gespannt verfolgen, wie diese Geschichte weitergeht.

Schlagwörter: Apples + Apple + DMA

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  • 1. Juli 2024